Kultur braucht jetzt Perspektiven !

Kulturelle Landesverbände fordern die Gleichbehandlung und Öffnung der Kultur in Mecklenburg-Vorpommern

Die Kulturverbände im Land wünschen sich eine sofortige und dauerhafte Öffnungund damit die überfällige Gleichstellung mit dem Vereinssport, den Fitnessstudiosund der Gastronomie. Allein mit dieser Gleichstellung bekommt die Kultur imBundesland mehr Planungssicherheit.

Derzeit wird das aber durch die Regelungen erschwert – wer in Stufe Rot ist, darf erst wieder öffnen, wenn der Landkreis 5 Tage in Stufe Orange ist (Öffnung dann erst ab übernächstem Tag), ist der Landkreis dann 3 Tage in Stufe Rot, ist am übernächsten Tag alles wieder zu. Und die meisten Nutzer*innen der Kulturzentren, Museen und anderen Kulturorten wünschen sich auch Liveangebote und sie haben auch ein im Grundgesetz verankertes Recht dazu, denn Kunst und Kultur steht laut unserer Verfassung (GG Art. 5, Abs. 3) unter besonderem Schutz.

In Anlehnung daran hat auch die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz den besonderen Schutz der Kultur und ihre besondere Bedeutung gerade in diesen Zeiten festgeschrieben. Schließungen sind als äußerstes Mittel besonders zu begründen, wie der Beschluss der MPK vom 7.1. 2022, Punkt 13, sagt:

„Kulturelles Erleben und künstlerisches Produzieren zeigen gerade in der Pandemie ihre große Bedeutung und ihren gesellschaftlichen Wert. Durch die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen für den Kulturbereich (insbesondere 2G- und 2GPlus- Regelungen) achten die Länder die im Infektionsschutzgesetz hervorgehobene besondere Begründungspflicht für Beschränkungen des Kulturbetriebs.“ Dieser MPK-Beschluss wird in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht beachtet und nicht begründet. Auch Gespräche der Kulturverbände mit der Kulturministerin Frau Martin lassen nicht hoffen.

Die Träger der kulturellen Einrichtungen, Clubs und Livespielstätten befürchten auch einen Kahlschlag der kulturellen Infrastruktur im Land. Hendrik Menzl vom Servicecenter Kultur meint: „Man kann den Eindruck bekommen, dass die Schließung der Kulturstätten schon einmal den Boden für den roten Sparstrich nach Corona ebnen soll. Die Livespielstätten erzählen im Forum, dass Techniker sich neue Jobs in anderen Bundesländern gesucht haben. Ich höre von Künstler:innen, die jetzt in der Pflege und im Handwerk arbeiten. Auch die Sorge, dass Ehrenamtliche zukünftig fortbleiben, weil sie zu lange aus ihrem kulturellen Aufgabenfeld wegbleiben mussten und die Motivation nun fehlt ist groß. Die Hauptamtlichen sind mürbe vom Planen, Verschieben und kurzfristigem Hin- und Her. Vielleicht löst sich die Frage nach Sparpotenzialen durch das Wegbrechen von Kultur so von selbst, die

Die Träger der kulturellen Einrichtungen, Clubs und Livespielstätten befürchten auch einen Kahlschlag der kulturellen Infrastruktur im Land. Hendrik Menzl vom Servicecenter Kultur meint: „Man kann den Eindruck bekommen, dass die Schließung der Kulturstätten schon einmal den Boden für den roten Sparstrich nach Corona ebnen soll. Die Livespielstätten erzählen im Forum, dass Techniker sich neue Jobs in anderen Bundesländern gesucht haben. Ich höre von Künstler:innen, die jetzt in der Pflege und im Handwerk arbeiten. Auch die Sorge, dass Ehrenamtliche zukünftig fortbleiben, weil sie zu lange aus ihrem kulturellen Aufgabenfeld wegbleiben mussten und die Motivation nun fehlt ist groß. Die Hauptamtlichen sind mürbe vom Planen, Verschieben und kurzfristigem Hin- und Her. Vielleicht löst sich die Frage nach Sparpotenzialen durch das Wegbrechen von Kultur so von selbst, die fatalen Folgen für die Bewohner*innen und die demokratische Kultur im strukturschwachen MV mag man sich gar nicht vorstellen.“

Die kulturellen Landesverbände fordern, dass das kulturelle Leben auch in Zeiten der Pandemie nicht vollständig zum Erliegen kommt, sondern mit der Auflage 2G+, mit Hygienekonzepten, in Abhängigkeit zu Raumgrößen und für begrenzte Teilnehmer*innenzahlen geöffnet bleiben muss. Die Kultur soll nicht mehr an den Stufenplan gebunden sein. Wir fordern eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie, mit dem Sport und den Fitnesszentren sowie den Kulturangeboten in anderen Bundesländern, das bedeutet:

  • ab sofort sind Ausstellungen geöffnet für Besucher*innen einer festgelegten Anzahl in Abhängigkeit zur Raumgröße
  • ab sofort sind außerschulische Bildungsangebote für Klassengruppen in allen kulturellen Einrichtungen und Angebote der kulturellen Bildung externer Kräfte in den Schulen möglich
  • ab sofort sind Kurse in allen kulturellen Einrichtungen möglich mit den gleichen Obergrenzen wie im Sport (innen 15, außen 25 Teilnehmer*innen)
  • ab sofort sind bestuhlte Veranstaltungen (Theater, Konzert, Film, Lesung, Vortrag) in allen kulturellen Einrichtungen möglich mit entsprechenden Hygienekonzepten und Abstandsregeln
  • in weiteren Schritten werden in Abhängigkeit zur Entwicklung der Pandemie Perspektiven für die Ensemble- und Chortätigkeit, Angebote und Veranstaltungen für größere Gruppen sowie unbestuhlteVeranstaltungen in Aussicht gestellt

„Kultur ist gerade unentbehrlicher denn je. Wir wollen und können dazu beitragen, den jetzt schon sichtbaren Problemen, die die Pandemie nicht nur für Kinder und Jugendliche darstellt, etwas entgegen zu setzen.“ so heißt es im Positionspapier der Kulturverbände.

Die Kulturverbände traten bisher ganz klar als Unterstützer*innen der Corona-Maßnahmen und des Impffortschrittes auf und das soll auch weiterhin so sein. Aber dazu muss die Kultur, ihr gesellschaftlicher Wert und nicht zuletzt auch ihr Wert als Wirtschaft- und Tourismusfaktor auch endlich gesehen werden.

Gezeichnet:

Fachstelle Kulturelle Bildung MV

Fachstelle Tanz MV

Jugendkunstschulverband MV

Künstlerbund MV

LAFT – Landesverband Freier Theater MV

Landesmusikrat MV

LV Musikschulen MV

LV Soziokultur MV

Literaturrat MV

Museumsverband MV

PopKW – Landesverband für populäre Musik und Kreativwirtschaft MV

Servicecenter Kultur der KARO gAG

Verband der Galerien und Kunstvereine MV